Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Reisen Seychellen Vergessen zuzuordnen

Villa Dorado – Mahé

Wieder haben alle Transfers wunderbar geklappt, die Taxis waren immer zu früh da und die Überfahrt von der Fähre war ohne große Wellen recht entspannend.

Wie auf Praslin empfing uns auch hier eine etwas füllige Kreolin mit freundlichem Gesicht und langsamem Gang. Anders als dort ist Martha aber nicht die Besitzerin. Sie wohnt hier in einem der Zimmer, kümmert sich um Frühstück und Wäsche, empfängt die Gäste und schaut auch sonst nach dem Rechten. Unser Zimmer ist im Erdgeschoss und damit das Einzige das nicht zu den „die meisten Zimmer haben eine Deckenhöhe bis zu vier Metern“ aus der Beschreibung gehört. Damit wirkt es trotz der hübschen Terrasse etwas klein und duster, zumindest auf den ersten Blick. Auch die gebuchte Ozeanview überzeugt uns nicht. Das Meer ist bei Flut zwar nur 30 Meter entfernt, aber Palmen und Sträucher verdecken die View. Später stellen wir fest, dass auch die beiden Zimmer im oberen Stock das Meer zwar rauschen hören, aber nur in Palmen und Blätter schauen. Nur? Eigentlich ist das sehr schön so.

Trotzdem hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Vielleicht weil das Zimmer auf La Digue nicht zu topen war? (Der Gerechtigkeit halber muss man sagen, dass das Guesthouse hier auf Mahé auch nur die Hälfte kostet.) Vielleicht weil die Beschreibung des Anbieters so euphorisch war? Vielleicht weil das Meer vor der Haustüre sich gerade zurückgezogen hatte? Vielleicht auch, weil der Himmel bedeckt war und das restliche Wasser sich anstatt der gewohnten Fülle von Blautönen eher grau zeigte? Sicher auch, weil Eva sich immer noch nicht wohl fühlte.

Die Auswahl der Restaurants in der näheren Umgebung umfasst genau ein Hotel und weil Eva wenig Lust auf Ausgehen hat, kaufen wir ein paar Dinge im Geschäft über der Straße: Toastbrot, Avocado, Käse, …  Es gibt eine schöne, große Gemeinschaftsküche in der man laut Beschreibung „kleine Mahlzeiten“ zubereiten darf. Man macht das allerdings unter dem prüfenden Auge von Martha, die ganz zufällig immer in der Nähe ist. Das irritiert uns ähnlich wie der dunkelhäutige Mann, der den ganzen Tag damit beschäftigt ist, den kleinen Garten zu gießen, die Wege zu kehren und am Strand aufzuräumen. Und auch nachts ist ein etwas komischer Typ herum, den man in der Dunkelheit nur bemerkt, weil er gelegentlich im beleuchteten Teil auftaucht oder der seine Taschenlampe anzündet.

Und dann gibt es auch Internet. Jedenfalls so lange, bis jemand versucht ein Foto hoch zu laden. Dann geht gar nichts mehr. Deshalb kommt dieser Bericht auch mit etwas Verspätung. Vielleicht gar nicht so schlecht, weil sich im Nachhinein heraus stellt, dass wir an einem sehr schönen Platz gelandet sind. Einem Plätzchen, wo die Welt sehr ruhig ist, wo es eine Hängematte gibt, mit der man im Schatten einer Palme aufs Meer hinaus schauen kann, wo man nur beim Frühstück sieht, dass da gelegentlich noch vier andere Gäste sind, wo die „Security“ am Strand schläft und der „Gärtner“ den ganzen Tag damit verbringt, die paar hundert Quadratmeter Garten zu pflegen. Sie werden beide kaum mehr als das Essen verdienen, aber zumindest der Gärtner vermittelt uns, dass er sehr dankbar dafür ist hier zu leben und von Gott seine Liebe zu den Pflanzen erhalten hat.

Und auch wenn ich ein Problem mit Marthas Englisch habe (sie wohl auch mit meinem): Eva und Martha unterhalten sich bestens. Martha erzählt viel Interessantes, beispielsweise, dass das Haus von einer Einheimischen gebaut wurde. Die hat es dann an eine Russin verkauft und ein Hotel zwei Grundstücke daneben gebaut. Da wollen wir in den nächsten Tagen einmal essen gehen. Für heute genug berichtet. Tschüss allerseits.

0 Kommentare

  1. Ok, nach Antibiotika geht’s mir besser und ich kann auch die letzten paar Tage genießen. Die Seychellen sind wirklich toll, nur sollte man fit sein. Ich würde alles noch mal so planen, außer einer Sache.
    Wir haben für 2 Tage ein Auto gemietet. Das würde ich auf den Seychellen nicht mehr machen. Nicht wegen des Linksverkehrs, sondern wegen der Wasserablaufrinnen, die ziemlich tief sind. Da einmal hinein kippen – Auto ade. Das heißt man kommt ohne Hilfe nicht raus und das Auto ist auch kaputt. Wäre sehr, sehr teuer gekommen. Ich hasste diese Dinger!!!
    Da ist der Bus schon bequemer. Da das Leben in heißen Ländern bzw. auf Inseln eher langsam und gemütlich gelebt wird, ist es auch nicht schwierig höchstens 30 Minuten auf einen Bus zu warten, falls man einen versäumt hat und dafür nur ein paar Cents für eine Rundfahrt bezahlt.
    Am letzten Tag hat uns Marta ein kreolisches Essen zu bereitet – Fisch, gekochte Brotfrucht (hat mir erst beim 3. Bissen geschmeckt), Salsa und Salat. Und das Gericht war köstlich.
    Bald danach mussten wir uns für den Rückflug fertig machen – viele Stunden!!!
    Ich danke meiner Freundin Anne für die Reise und vor allem für ihre Geduld.

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