Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Geiz ist geil Kuba Reisen

Weißt du noch?

Der Tag hatte ja schön begonnen. Wo sonst auf der Welt wirst du noch von krähenden Hähnen geweckt, wo spaziert die Henne mit ihren Kücken vor deinem Fenster, um mit ihnen wohlschmeckende Würmer und andere feine Dinge zu suchen? Und wo gibt es so ein tolles Frühstück!….

Happy Hühnchen

Wir wussten natürlich, dass es nicht so bleibt. Unsere Gastgeber haben für die Fahrt nach Trinidad wieder ein Gemeinschaftstaxi organisiert. Sechseinhalb Stunden Fahrzeit war veranschlagt, wir wussten, dass es eine Raststelle gibt, wo die Zusammensetzung der Passagiere je nach Zielort neu gemischt wird – und wir hatten ja schon gelernt, dass die Autos ziemlich alt und ziemlich voll sein können.

Diesmal ist aber auch der Fahrer nicht sehr vertrauenserweckend.  Er erzählt, dass er um Geld zu verdienen, die Strecke täglich hin und zurück fährt. Schlaf erwischt er wohl nicht allzu viel und so benimmt er sich auch. Wenn er nicht gerade durch einen Ort fährt, wo er jeder(!) Frau, die etwa seine Altersklasse ist, nachpfeifen muss und sich dann aus dem Fenster hängt um ihr nachzuschauen, dann nagt er den letzten Rest von seinen Fingernägeln ab oder kratzt an seiner Haut herum. Oder er telefoniert ein bisschen. Wenn er telefoniert, fährt er etwas langsamer. Die verlorene Zeit holt er gleich danach wieder auf, überholt halsbrecherisch, hupt die Pferdefuhrwerke an, damit sie neben die Straße fahren um ihn vorbei zu lassen. Nicht nur ich habe das Gefühl, dass die Bremsen nur sehr zaghaft tun, was sie sollen….. Wir versuchen uns abzulenken und fangen an zu quatschen. Unser Italiener ist wieder dabei und auch sonst ein paar nette Leute. Geht doch!

Dann kommt die Rast- und Wechselstelle. Zwei Leute aus unserem Auto sollen umsteigen. Dann kommt der Fahrer mit vier neuen Passagieren, die er bei uns hinein zwängen will. Es war vorher schon eng, zehn Leute in dem Auto sind eine Zumutung. Wir wollen nicht. Der Fahrer schon. Es gibt nun mal mehr Menschen als Autoplätze. Der Fahrer setzt sich beleidigt in den Schatten und wir stehen blöd herum. In einem anderen Auto hat jemand die Polizei gerufen. Hat wohl nicht viel bewirkt, wir stehen noch immer herum. So lange, bis wir uns bereit erklären, zumindest noch eine weitere (nette) Frau herein zu schichten. Der Fahrer ist trotzdem beleidigt, er beißt noch mehr Nägel, telefoniert noch mehr, hupt Pferde an, überholt halsbrecherisch. Aber er spricht nicht mehr mit uns. – Wir hoffen alle, dass dieses Trinidad bitte endlich da ist. Es ist schon dunkel als unser Wunsch in Erfüllung geht. Wir haben fast neun Stunden gebraucht.

Platz für neun Passagiere plus Fahrer.

Nun behauptet der Fahrer auch noch, dass er nicht ganz bis zu unserer Unterkunft fahren kann. Da ist tatsächlich eine Sperre und so ziehen wir gefrustet unsere Koffer über grobes Kopfsteinpflaster. Immerhin ist es tatsächlich nicht weit.

„Weißt du noch, damals, … die Fahrt nach Trinidad, ….“, wenn wir später von unserer Reise erzählen werden wir uns sicher an so manches Detail dieser Fahrt erinnern können, wir werden grinsen, wenn wir davon erzählen. Aber, danke schön. Wiederholung brauch ich keine.

Information: Sammeltaxis lässt du am einfachsten deine Gastgeber in der Casa bestellen. Du kannst dich am Vortag (oder am Reisetag selbst) auch einfach in der Nähe der Viazulbusse herumtreiben und ein bisschen handeln. So fünf Euro pro Person lassen sich leicht einsparen.

1 Kommentar

  1. Also bei dieser Rast- und Wechselstelle kam ich mir wie bei einer Auktion vor. Wer fährt mit wem, in welchem Auto und wohin. Zum ersten, zweiten und zum dritten – Zuschlag! So einfach war dann doch nicht. Ich glaube es war eine geschlagene Stunde bis wir dann zu 9! (Fahrer nicht mitgerechnet) endlich weiter fuhren. Irgendwann kamen wir dann in Trinidad an und ich war heilfroh. Popo hat schon nach den 9 Stunden sitzen wehgetan.

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