Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Kuba Reisen

Havanna

Kuba ist sicher, die Kriminalitätsrate ist deutlich niedriger als in vergleichbaren Staaten, man kann nachts auch als Frau alleine durch die Straßen gehen – und die Geldtasche lässt man auch zu Hause nicht offen liegen….. So steht es in diversen Reiseführern, so schreiben auch die Frauen in der sehr interessanten Facebookgruppe „Wenn Frauen solo reisen“

Das ist beruhigend, denn ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist die Gegend um unsere Behausung für die beiden kommenden Tage schon. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Wir wohnen im Weltkulturerbe, etwa zwei Quadratkilometer Gassen mit einst schönen alten Häusern. In die ebenerdigen Wohnungen kann man immer wieder hinein schauen, von unserer Wohnung aus sieht man in die Wohnungen auf der anderen Straßenseite. Sie haben alle ähnliche Möbel mit mindestens einem Schaukelstuhl und wirken trotz der heruntergekommenen Gemäuer sauber. Im Reiseführer lesen wir, dass etwa 70 000 Leute hier wohnen, die Altstadt zählt zu den am dichtesten bewohnten Gebieten der Welt: Jeweils eine Familie wohnt auf einer Fläche, die früher ein Zimmer darstellte. Kein Wunder, dass Wände und Decken eingezogen wurden – aber schade um die Schönheit, welche diese Häuser wohl einmal ausgestrahlt haben. Bei unserem Spaziergang sehen wir, dass wir in einer der Gassen wohnen, die bereits in einem besseren Zustand sind – Tourismus sei dank. Aber es gibt viele Häuser, in die ich mich ganz sicher nicht hinein trauen würde aus Angst, die Decke stürzt ein. Sie sind bewohnt, man sieht es an der Wäsche die vor den Fenstern hängt und in der Nacht brennt Licht. Dass meine Angst nicht unbegründet wäre, lese ich ebenfalls im Reiseführer: Jährlich kommt es zu mehr als tausend Hauseinstürzen.

Die beiden ersten Bilder zeigen den Eingang zu unserer Wohnung, im Vergleich zu vielen anderen bereits luxuriös, die restlichen Bilder sind einfach beim Vorbeigehen geknipst.

In Havanna riecht es so wie früher bei uns, fällt mir plötzlich auf. Und dann weiß ich auch warum: Es ist der „Duft“ von Autoabgasen, der mich an meine Jugend erinnert. Eigentlich ist der Gestank kein Wunder, es gibt nur sehr wenige moderne Autos auf den Straßen, neben den hübschen Oldtimern fahren auch einfach nur alte Kisten herum, die meisten würden bei uns wohl  keine Nummerntafel bekommen. Aber man gewöhnt sich schnell an die Luft und es gibt wirklich viele schöne Autos.

Ob wir Lust auf eine Oldtimerfahrt haben, fragt uns da plötzlich ein halbseidener Typ in gebrochenem Englisch. Für Eva gehört das zu den Todos in Havanna: Ein bisschen Feilschen, dann will er das Auto holen – und kommt mit einem geschlossenen Oldtimer. Nichts für Eva, wieder Feilschen, wieder warten. Und dann biegt ein Traumauto um die Ecke, eines das wir vorher schon bewundert und fotografiert haben. Hinein mit uns.

Ich kann die Fahrt nicht ganz so genießen, fühle mich immer noch ein bisschen krank, hab Angst vor der Zugluft. Schade, das habe ich verbockt. Wäre nämlich lustig gewesen, auch wenn unser fülliger Kuppler weitere 5 CUC wollte, wenn er uns auch sagt, wo wir uns gerade befinden. Jedenfalls zeigt sich, dass Havanna auch schöne neue Gebäude hat, einige hübsche Straßencafes, einen schönen Park und viele Hinweise auf Fidel Castro und Che Guevara. Aber das wollen wir morgen noch genauer anschauen.

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1 Kommentar

  1. Jaja, eine Fahrt mit einem offenen Oldtimer war für mich ein Mitgrund nach Kuba zu fahren. :-)))) Da sich Anne nicht so wohl fühlte, aber trotzdem mit mir die Runde fuhr, rechne ich ihr hoch an. Danke dir. Es war für mich schön.

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