Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Älter! (Weiser? Oder nur aua?) Kuba Reisen Reisevorbereitung

No hablo Espanol

…und seit drei Wochen etwa finde ich das ziemlich blöd. Da hat jemand in der Facebookgruppe „Wenn Frauen solo reisen“ gemeint, es wäre gut, etwas spanisch zu können, weil die Kubaner in der Schule kaum Fremdsprachen lernen. Eigentlich logisch: Wenn man ein bisschen neben den geführten Trampelpfaden wandeln möchte, muss man wohl damit rechnen, dass in einem lange abgeschotteten Land nicht jeder englisch oder gar deutsch kann. – Ich war nie abgeschottet, aber trotzdem immer zu faul, mehr als das Notwendigste an Fremdsprachen zu lernen, hat mich doch mein Minimum an Englischkenntnissen immer gut durchs Leben und die Lande geführt. Klar, ich habe Hände und Mimik um mich zu verständigen und mit etwas gutem Willen sollte das zum Überleben reichen. Ein bisschen etwas würde ich aber doch gerne reden.

„Fremdsprachen kann man bis ins hohe Alter lernen“, sagt da eine Stimme in mir. Das hat sie wohl in einer Seniorenzeitung gelesen. Und dass Gymnastik fit hält, egal ob es körperliche oder geistige ist, weiß man ja auch. Kommt noch dazu, dass man schneller lernt, wenn man einen Grund fürs Lernen hat. Passt alles. Dann lern ich eben jetzt schnell ein bisschen spanisch.

Aber wir geht man das an? Abendkurs oder etwas in der Art fällt flach, weil  die nicht genau dann anfangen, wenn ich das beschlossen habe, nämlich genau sofort. Google spuckt einiges an Empfehlungen und Werbungen aus. „Curso espanol“, klingt gut: „Lernen Sie die Sprache schnell und einfach. Spürbarer Erfolg schon nach der ersten Lektion.“ Bei Youtube gibt es eine Gratislektion, so richtig spürbar würde ich meinen Erfolg nicht einschätzen, aber es scheint machbar. Ein Mann spricht deutsche Sätze, die spanischen Übersetzungen klingen sehr authentisch und alles wird öfters wiederholt. Die weiteren Lektionen kosten an die 50 Euro, das ist okay. Man kann das Zeug direkt auf den PC laden und gleich loslegen. Ein Präsenzkurs wäre teurer….

Au weh!!! Wie gut, dass ich mich nicht in einem Abendkurs live blamiere. Ich war ja nicht so verrückt, anzunehmen, dass ich in den knapp zwei Monaten wirklich spanisch lernen kann. Aber dass ich nach wenigen Minuten schon wieder vergessen habe, wie man „Woher sind Sie?“ und „Ich verstehe ein wenig Spanisch“ sagt, ist schon frustrierend. Ich merke auch, dass ich mir Dinge leichter merke, wenn ich sie auch lesen kann. Und dann erklärt der Typ einfach nicht, warum es manchmal soy und dann wieder estoy heißt und dass tengo sehr wohl etwas mit tiene zu tun hat, aber hoy nichts mit hay. ICH BRAUCHE GRAMMATIK! Nie hätte ich gedacht, dass solche Wünsche in mir schlummern.

Nun habe ich neben dem Curso espanol auch noch das kostenlose Duolingo auf dem Ipad und von einer Freundin habe ich auch noch den Code von babbel bekommen. Von letzterem lasse ich mich die Formen von estar abfragen, Dulingo lobt mich, wenn ich morgens zehn Minuten lang Wörter anklicke, und wenn der Mann vom Curso quatscht, putze ich nebenher Küchenschränke. Die können mich nicht hören, sonst würden sie sich wundern, warum ich ihnen – während ich sie von ihrer Fettschicht befreie – sage, dass mir genau um Viertel vor zwölf nach Essen gelüstet: Quiero tomar algo a las doce menos cuarto.

Ob die Kubaner davon mehr begeistert sind als die Küchenschränke wird sich zeigen.

0 Kommentare

  1. Haha, Streberin. Gleich 3 Spanisch Kurse gleichzeitig. 2 tuns doch auch, oder? Wozu Küchenschränke herhalten müssen. Habe noch nie gehört oder gelesen, dass sie auch zum Lernen (Hochglanz und steril nun) zu gebrauchen sind. Tja, man lernt nie aus.

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