Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Donaukreuzfahrt Vergessen zuzuordnen

Senile Bettflucht?

Die MS Nestroy ist ein ausgesprochen hübsches Schiff. Rund 200 Passagiere haben Platz. Es gibt für jeden einen zugewiesenen Platz im Speisesaal, genügend Sitzgelegenheiten am Panoramadeck und theoretisch hat jeder auch einen Liegestuhl ODER verstellbaren Sitz an einem der Tische. Beim ersten Betreten der Kabinen geht mir das Wort „putzig“ durch den Kopf und ich frage mich, wo wir denn unsere Koffer und Rucksäcke unterbringen sollten. Aber fast wie ein Wunder ist plötzlich alles problemlos verstaut. Die raumhohen Fenster und die „versteckten“ Betten lassen unser Zimmerchen hell und größer wirken.

Nach dem langen und anstrengenden Tag freue ich mich auf unseren ersten Flusstag. Ein kleines Frühaufsteherfrühstück ist von 6 bis 7 angeboten und das richtige Frühstück gibt es dann von 7 bis 9. Klingt nicht so übel (obwohl mir 10:30 Uhr sympathischer wäre, aber mich fragt ja keiner).  Warum wir dann doch etwas zerzaust und nur flüchtig gewaschen um 8:30 Uhr als letzte auf unserem Platz hetzen, wird mir erst später klar. Die Uhrzeit wurde um eine Stunde vor verschoben und mein Körper lässt sich von solchen Zeitverschiebungen nur nach einigen Tagen überzeugen.

Ich muss ein bisschen murren, innerlich hauptsächlich. Und Eva muss es sich natürlich auch anhören. Warum um Himmels Willen muss an einem Tag, an dem man das Schiff definitiv nur im Falle einer Katastrophe verlassen wird, das Frühstück so kurz nach Sonnenaufgang schon erledigt sein? Und warum schaffen das alles so locker und ohne Widerspruch? Eva weiß es auch nicht, aber der Altersdurchschnitt der Passagiere könnte einen Erklärungsansatz bieten. Es sind wirklich sehr sehr viele „ältere Leute“ unterwegs. Andrerseits: Warum stehen ältere Leute eigentlich früher auf als andere? Jetzt wo sie nicht mehr arbeiten müssen und alles gemütlich angehen könnten?

Es gäbe allerdings noch eine Erklärung. Zwischen Frühstück und Mittagessen sollte ein bisschen Zeit zum Verdauen sein (und die Rettungsübung) Und dann gibt es ja auch noch Kaffee und Kuchen. Und am Abend wird ein Vier- bis Fünfgangmenü serviert. Und dann ist ein bisschen Programm, ein Vortrag, der uns auf den morgigen langen Ausflug nach Bukarest einstimmen soll.

….und dann noch ein Glas Wein hinein in den Sonnenuntergang und dann schlafen. War ja ein langer Tag. 😉

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