Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Vergessen zuzuordnen

Spanien komprimiert

Die Pläne, die man als Tourist so bekommt, sind manchmal ein bisschen seltsam, weil die übergroß dargestellten Sehenswürdigkeiten die Umgebung verdecken. So bin ich auf der Suche nach der Miro-Ausstellung zu früh ausgestiegen, oder zu spät, oder ich saß im falschen Bus. – Als Ausgleich war ich dann in einer hübschen kleinen Sandbucht schwimmen.

Diesmal hat mir Google geholfen und mir verraten, dass das Spanische Dorf gerade mal fünf Minuten von meiner Unterkunft entfernt ist. Da kommt Freude auf!

Langsam gewöhne ich mich daran, nach einem Seniorentarif zu schauen – und tatsächlich spare ich schon wieder ein paar Euro (die ich dann vollmundig am Abend dafür ausgebe, dass ich irgendwo am Meer sitze und nicht in der dritten Reihe).

Das Pueblo Espanol wurde 1967 gebaut und sieht sich als „offenes Architekturmuseum“. Schon witzig. Da sitzt du auf dem Placa Mayor und bist umgeben von der Kirche S. Felix de Torralba aus Calatayud, dem Turm Se Santa Caterina (Valencia), dem Rathaus von Vergara, ….. Man kann in manche Häuser hinein gehen, durch die Gassen schlendern, am Hauptplatz Kaffee trinken. Alles ist hübsch nachgebaut. Aber eben nur nachgebaut, daraus machen die Betreiber ja auch keinen Hehl. Ich fand es jedenfalls recht angenehm dort.

Ich war ziemlich früh dort und bin fast allein durch „die Stadt“ geschlendert, habe auf dem Hauptplatz gefrühstückt. Viele Besucher gibt es dort nicht, eine Gruppe setzt sich an einen der Tische. Deutsche, die mit einer Spanischlehrerin üben, wie man bestellt. Gute Idee eigentlich, eine Sprache zu lernen und dann gleich anzuwenden.

Mir fällt auf, dass immer mehr Leute auftauchen, die – durch das Pueblo wandelnd – Vokalbeln lernen. Eine Frau begegnet mir immer wieder und in den Banos Arabes wechseln wir dann ein paar Worte. Sie ist Österreicherin und hat einen Englischkurs für Anfänger gebucht, sagt die Sprachschule wäre direkt hier im Dorf,  und heißt irgend etwas mit Alpha.

Das könnte ich mir auch gut vorstellen, an so einem sympathischen Ort spanisch zu lernen und gleich anzuwenden. Nur als sie sagte, die Kurse würden vom Morgen bis in den Abend hinein dauern, fand ich das nicht so prickelnd. Am Abend habe ich dann das Internet gefragt. Nicht nur die spanische Architektur hier ist komprimiert, auch die spanische Sprache wird komprimiert vermittelt. In sechs Tagen soll man 900 Vokabeln können, ohne zu pauken. Klingt gut – irgendwo habe ich auch Preise dafür gefunden: So um die 1200 Euro muss man schon hinlegen. Da ist dann auch das Mittagessen dabei. Um das Bettchen muss man sich allerdings selber kümmern.

Pueblo Espanol

Alpha-Sprachkurse

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