Es gibt ein Leben vor dem Tod

Reisen und Anderes
Aida: Karibik und Amazonas

Belem

Der Wellengang wird merklich schwächer, die Wasserfarbe bräunlich – wir haben den Äquator überquert und sind in den Amazonas eingefahren. Vorher wurde der Pool noch einmal gefüllt, die Jacuzzis wurden gelehrt, weil das Wasser des Flusses nicht verwendet werden kann. Der Kapitän kündigt auch an, dass das Schiff jetzt in der Nacht nicht mehr so beleuchtet sein wird, die Balkonkabinenbesitzer mögen ihre Türe in der Nacht geschlossen halten, um nächtens kein ungebetenes Geflügel als Besuch zu bekommen.

Nach einer langen Fahrt von zwei Nächten und einem Tag ist wieder einmal ein Lotse an Bord gekommen. Das Schiff fährt diesmal besonders langsam, unter dem Schiff sind zeitweise weniger als 1,5 m. Die Aida bleibt denn auch in ziemlichem Abstand zu Belem und wir werden mit den Tenderbooten an Land gebracht.

Die Vorträge, die an jedem Seetag um elf Uhr angeboten werden sind kurzweilig, interessant und hilfreich. Wer, so wie wir, nicht an einem angebotenen Ausflug teilnimmt, erfährt, was es zu sehen, probieren und kaufen gibt, wo es sich hinzugehen lohnt und wie man hinkommt. Diesmal werden wir zusätzlich gewarnt, keine Schmucksachen mitzunehmen, und wir erfahren auch in welche Straßen man besser nicht geht.

Zusammen mit einem netten Paar aus Salzburg nehmen wir ein Taxi in einen wirklich sehenswerten Park, wo rote Flamingos herumspazieren, riesige Schildkröten vor uns im Wasser tauchen und wir wandern auf einem Steg über Verwandte unserer Zimmerpflanzen die hier viele Meter hoch aus dem Wasser des Flusses wachsen. Der Platzregen kommt etwas früher als angekündigt, aber wir sind zufällig unter dem weiten Dach eines Restaurants wo wir Amazonasbier und brasilianischen Kaffee testen. (Der Kaffee auf der Aida ist einer der wenigen Schwachpunkte auf dem Schiff)

Ein bisschen verplant haben wir uns dennoch – der große Markt, auf dem es zwar in Fisch- und Fleischnähen ziemlich streng riechen soll, wäre wegen der vielen exotischen Früchte einen Besuch wert gewesen. Der ist aber am Nachmittag bereits zu. Dabei hätten wir gerne diese roten Früchte, die so unheimlich gesund sein sollen, probiert. Das darf man nämlich, man muss nur darauf achten, dass sie ganz frisch gepresst werden.

Belem ist eine eigenartige Stadt, man hat den Eindruck, dass die Menschen einfach in neue Häuser ziehen, wenn die alten verfallen. Das gilt für jene Häuser in Hafennähe, die vom Reichtum der Kautschukzeit erzählen, aber auch für die Hochhäuser, bei denen allein der Gedanke dort wohnen zu müssen, Angst macht. …ach es gibt so viel zu erzählen. Ich kürze das jetzt ab und erzähle noch von den schönen neuen Hafengebäuden, wo man so angenehm sitzt, wo man auch mit empfindlichem Europäermagen alles essen und trinken kann, ganz besonders den Caipirinha.

Dort trifft man gegen Abend die Menschen von der Aida, wir haben neben den Salzburgern auch eine nette deutsche Familie kennengelernt, die für zwei Jahre in Sao Paulo wohnt, Interessantes erzählt und portugisisch spricht. Letzteres macht einiges leichter, nicht nur das Bestellen von Getränken…

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